Legasthenie/LRS mit Schwerpunkt Rechtschreibung



Legasthenie / LRS

Kinder, die schlecht rechtschreiben, haben, auch wenn die Ursachen für das Phänomen sehr unterschiedlich sein können, alle eines gemeinsam: Sie versuchen Worte so zu schreiben, wie Sie sie hören. Schauen Sie sich unter diesem Aspekt mal die Diktate und die Fehler an.

Menschen, die gute Rechtschreiber sind, verwenden eine andere Strategie.

Wenn Sie ein guter Rechtschreiber sind, probieren Sie es mal aus. Denken Sie sich irgendein Wort aus und überprüfen Sie, wie Sie wissen, daß es richtig ist. z.B. die Worte „Hausboot, Ingenieur, Portemonnaie“

Was passiert:
Das diktierte oder gedachte Wort (auditiver oder gedanklicher Input) wird direkt in ein inneres Wortbild umgesetzt. D.h. Sie sehen das Wort mit ihrem inneren Auge oder gedanklich vor sich.
Zu diesem Wortbild haben sie ein Gefühl - ein „richtig - oder falsch-Gefühl“.
Löst das Wortbild ein Gefühl der Vertrautheit aus, so wird das Wort korrekt buchstabiert oder geschrieben.

Schlechte Rechtschreiber haben diese innere (visuell-kinästhetische) Kontrollinstanz nicht. D.h. sie können sich das Wort nicht gedanklich vorstellen und es vor ihrem inneren Auge sehen, weil sie fast ausschließlich auditiv (= phonographisch) buchstabieren. D.h. sie schreiben wie sie hören. Diese Strategie führt jedoch zum scheitern, weil die meisten Worte nicht so geschrieben werden wie man sie spricht.

Dafür ein Beispiel:
Sprechen Sie mal laut vor sich hin, das Wort „Hase“ und hören Sie mal auf die Länge des „a“. Dann sprechen Sie mal laut vor sich hin das Wort „Hahn“ und hören Sie auf die Länge des „a“. Gibt es einen Unterschied? Nein!
Kinder, die jetzt versuchen zu schreiben wie sie hören, können vom Hören her keinen Unterschied feststellen. Dann kommen gelernte Regeln ins Spiel. Sie wissen vielleicht, daß bei langen Vokalen ein „h“ hinzukommt. Wenn das Kind daran denkt, wird es vielleicht das Wort „Hahn“ richtig schreiben, vielleicht aber auch das Wort „Hase“ mit „h“ also Hahse. Es hat aber keine innere Kontrollinstanz, weil es sich das Wort nicht vorstellen kann, also sich kein inneres Wortbild macht. Genau dasselbe gilt für Worte wie „im“ (z.B. im Haus) und „immer“. Das „i“ ist in beiden Fällen eher kurz, aber in einem Fall folgt ein doppel „m“! „Wieso?“ fragt sich das „hörende“ Kind. Denn es empfindet es als unlogisch.

Die Lösung:
Zunächst geht es bei meiner Arbeit darum, herauszufinden, was genau ist die Ursache dafür, daß Kinder nicht visualisieren . Wenn wir (das Kind und ich) das herausgefunden haben, dann beseitigen wir die Ursache und erarbeiten gemeinsam einen Weg, wie das Kind es lernen kann, sich Worte vorzustellen. Denn nur so kann es eine innere Kontrollinstanz aufbauen, wie gute Rechtschreiber sie haben.
LRS / ADS

Dieser Weg kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal gelingt es in ein paar Sitzungen, manchmal dauert es länger, je nachdem wie es dem Kind gelingt, die Lernschritte mitzugehen.

Eins steht jedoch fest: Es funktioniert! Immer!


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